Biomasse-Heizanlage Wildschönau – Zwischeninformation

Bei der letzten Gemeinderatssitzung wurde auch die Öffentlichkeit wieder über den Stand der Dinge informiert, hier der entsprechende Auszug aus dem Sitzungsprotokoll:

Im Dezember wurden bei einer Besprechung auf „Techniker-Ebene“ die Ergebnisse der Berechnungen durch die Fa. SEEGEN zum Biomasseheizwerk erörtert. Neben den Technikern der Firmen SEEGEN und Spiegltec waren auch die Heizgenossenschaft, der Bürgermeister und der Vizebürgermeister dabei.

Mehrere Varianten waren zuvor untersucht worden, davon drei mit einer Verlegung der Anlage.

  1. Wenn nur der Standort der Anlage etwas weiter nach Süden verlegt und dabei die Leistungsfähigkeit nicht erhöht wird, ist das Ganze kaum wirtschaftlich machbar.
  2. Wenn der Standort weiter weg verlegt und gleichzeitig die Leistung der Anlage erhöht wird, müsste die Anzahl der Anschlüsse deutlich vergrößert werden. In Anbetracht der dafür anfallenden Anschlusskosten und der aktuell sehr niedrigen Ölpreise, scheint es aber kaum möglich, ausreichend neue Kunden zu gewinnen. Die für eine derartige neue Anlage notwendigen Investitionskosten wären außerdem für die bäuerliche Heizgenossenschaft nicht zu stemmen.

Rund 450.000 Euro Zuschuss wären nötig, was weder die bäuerliche Heizgenossenschaft noch die Gemeinde leisten kann. In beiden Fällen bräuchte es daher entweder Investoren oder Zuschüsse aus anderen Quellen.

  1. Von der Variante einer vergrößerten Anlage mit der Errichtung einer Holzvergasungsanlage auf Pelletsbasis wurde übrigens von allen Seiten abgeraten. Die Technik ist noch viel zu wenig ausgereift und daher zu risikoreich.

Als weitere Schritte wurden bei dem Treffen daher vereinbart:

  • Suche nach Investoren (konkrete Ansprechpersonen wurden fixiert)
  • Prüfung aller politische Möglichkeiten zur Finanzierung eines Sonderzuschusses von 450.000,- Euro
  • Information Öffentlichkeit über Zwischenstand

In den letzten beiden Monaten läuft seitdem die Investorensuche – bisher noch ohne Erfolg. Auch zur Gewinnung eines Sonderzuschusses konnten bisher noch keine Möglichkeiten gefunden werden.

Von der Gemeinde wird weiterhin alles Erdenkliche unternommen, um eine Standortverlegung zu ermöglichen. Gleichzeitig muss auch darauf hingewiesen werden, dass daneben auch ein Projekt auf dem Tisch liegt, das einen ordnungsgemäßen Betrieb am derzeitigen Standort möglich macht, u.a. durch den Einbau eines neuen Heizkessels und weitere Verbesserungsmaßnahmen.

Diese Variante darf daher in Anbetracht der beschriebenen Schwierigkeiten einer Verlegung nicht aus den Augen verloren werden.

 

 

Meinung – Bgm. Hannes Eder

Zur Biomasse-Heizanlage in Oberau sind für mich zwei Prinzipien wesentlich:
Zum Einen ist die Gesundheit der Bevölkerung das höchste Gut, das nicht gefährdet werden darf. Und daher kann es so, wie die Anlage mit der alten Technologie derzeit funktioniert, nicht weitergehen. Wir müssen eine Verbesserung erreichen. Wir sind derzeit sehr intensiv auf der Suche nach einer Finanzierung für eine Verlegung der Anlage. Wenn dies absolut nicht möglich ist, muss die Anlage am bestehenden Standort technisch so erneuert werden, dass es zu keinen Gesundheitsbelastungen mehr kommt!
Zum anderen ist der Einsatz von Holz als nachwachsendem, CO2-neutralem Wärmeträger aus unseren Wäldern sinnvoll und auch für die Zukunft zu erhalten. Wir wollen die Wertschöpfung in der Region erhalten und unsere Wärme mit dem umweltfreundlichen Brennstoff Holz decken.
In diesem Spannungsfeld geht es darum, Lösungen und Wege zu finden, die ein Miteinander möglich machen. Das ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Und doch bin ich der festen Überzeugung, dass es gelingen kann, wenn alle Beteiligten – allen voran die Heizgenossenschaft und die Bürgerinitiative – die Argumente des Gegenübers ernst nehmen und das Ziel einer gemeinsamen Lösung mittragen.


Als Ergänzung und zum Überblick hier nochmal alle Links zusammengefasst, die zu diesem Thema bereits auf wildschoenau.info veröffentlicht worden sind: