Ein großartiges Talfest 2019 ging mit wunderschönen Festzug zu Ende!

Das Wildschönauer Talfest bleibt auch nach der 64. Ausgabe der Höhepunkt im Sommerprogramm des Hochtales. Vier Tage lang feierte man in der Wildschönau, den Abschluss bildete der heutige Festzug durch Oberau, an dem tausende begeisterte Gäste den rund 700 Teilnehmern applaudierten. Sogar Tirols Landeshauptmann Günther Platter, Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer, LA Alois Margreiter und LA Barbara Schweighofer folgten der Einladung von BGM Hannes Eder und der BMK Oberau.

Die BMK-Oberau, die älteste aller vier Musikkapellen im Tal mit dem geschichtsträchtigen Gründungsjahr 1809, war dieses Jahr mit der Ausrichtung beauftragt, und man meisterte die Aufgabe ausgezeichnet. Das Besondere am Oberauer Talfestzug ist, das alle Festwägen ausschließlich von Pferdegespannen gezogen werden. Und darunter waren echte Schwergewichte, die sogar aus Bayern kamen.

Ein Thema bei jedem Talfest sind die Haflingerpferde. Die Wildschönau galt viele Jahre als eine Hochburg der Haflinger Zucht. Heute versucht man diese Tradition wieder fortzuführen, indem einige Jungzüchter die Tradition der Haflinger Zucht weiterführen. Ein Festzug im Hochtal ohne diese schönen Pferde wäre undenkbar.

Die Bundesmusikkapelle Brandenberg unter Leitung von Kapellmeister Elmar Auer zählt zu den stärksten Klangkörpern des Musikbundes Rattenberg, und war neben der BMK Kramsach und dem Musikzug Oedingen aus dem Taunus in Deutschland, eine der Gastkapellen dieses Talfestes.

Das Generalthema des Heurigen Festzuges lautet „Rund um’s Holz”, und befasst sich mit der langen Tradition der Holzwirtschaft des Tales. Ein Fixpunkt seit Bestehen des Festes sind die “Wildschönauer Sturmlöda”,die gibt es seit 113 Jahren. Die “Sturmlöda” sind die Traditionsnachfolger des letzten Aufgebotes aus dem Tiroler Freiheitskampf unter Andreas Hofer im Jahre 1809. Der Festwagen der “Sturmlöder” zeigte wie Ring- oder Schrankzäune errichtet wurden, Brunntröge auf Bauernhöfen und Almen gebaut werden.

Die Scharfschützenkompanie Wildschönau, erstmals erwähnt Jahre 1745, versucht das Erbe der Geschichte den jungen Menschen der Gegenwart wieder näherzubringen und die Verantwortung der Geschichte auf ihre Schultern zu legen. Die mächtige Kompanie ist eines der Aushängeschilder des Tales.

Mit der verbesserten Talöffnung zum Inntal, übernahmen die Frauen des Tales zunächst die „Unterinntaler Tracht“. Die Niederauer VS-Direktorin Mali Kruckenhauser hat dann für die Wildschönau eine Talschaftstracht ins Leben gerufen. Die Wildschönauer Frauen tragen diese Tracht zum ganz besonderen Anlässen.

Das Drechslerhandwerk ist nachweislich eines der ältesten Handwerke, so auch in der Wildschönau. Gedrehte Gegenstände wurden bereits vor 2700 Jahren gefertigt in fernen Kulturen gefunden. Das Handwerk der Zimmerei zählt im gesamten Alpenraum zu jenen Handwerksgruppen, die man allerorts fand, so auch im Hochtal. Auf den Festwägen des Obst-und Gartenbauverein sowie des Kameradschaftsbundes Wildschönau gab’s dazu einiges zu sehen.

In den letzten Jahrzehnten hat man die steinbeschwerten Holzschindeldächer auf unseren Gebäuden gegen die verschiedensten harten und weichen Dacheindeckungen ausgetauscht. Bis um etwa 1950 war es für jeden Bauern selbstverständlich, die Dachschindeln selbst zu erzeugen. Die Landjugend Oberau baute diesen schönen Festwagen.

Vor Jahrzehnten gab im Hochtal sogenannte „Kohlbrenner”. Für die Schmelzhütten im Inntal draußen wurde viel Holzkohle gebraucht die man zum Teil in der Wildschönau erzeugte. Mehrere Namen belegen das bis heute: beim *Koia*, so heißt ein Hof in Niederau, das *Koiwiesl* gibt es bis heute am “Baumgarthof” in Oberau, und auch im Mühltal ist zumindest ein Platz bekannt,auf dem Holzkohle gebrannt wurde. Der Kirchenchor sowie der Männerchor haben zu diesem Thema Festwagen mitgeführt.

Und zu guter Letzt durfte ein prächtiger Festwagen von der Heimatbühne Wildschönau nicht fehlen.

Mit den Kostümen der Heurigen Freilichturaufführung “der Schnaps der Kaiserin”präsentiert sich die heuer so erfolgreiche Heimatbühne Wildschönau.

Der weit über den Grenzen bekannte Wahlwildschönauer Peter Landstorfer hat über die Geschichte rund um den Wildschönauer Krautinger dieses Theaterstück geschrieben und zu einem tollen Ereignis gemacht.

Es war wieder ein großartiges Talfest, dies tausende begeisterte. Das Hochtal Wildschönau mit seiner vielfältigen Kultur zeigte sich wieder einmal von seiner allerbesten Seite.

Ein Filmbericht ist in Bearbeitung!

v.l. Walter Pupp – Landeskripochef, Günther Platter – Landeshauptmann Tirol, LA Alois Margreiter und BH Christoph Platzgummer
Festwagen der Köhler
Landeshauptmann genoss die Stimmung im Festzelt. Die Heimatbühne samt Kaiserin servierte passend zum heurigen Theater-Stück ein Stamperl vom “Schnaps der Kaiserin”.
Landeshauptmann Günther Platter mit dem fast vollzähligen Wildschönauer Gemeinderat beim Fest.