ES WERDE LICHT!

100 Jahre elektrisches Licht in der Pfarrkirche Oberau

„Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ – Wer kennt es nicht, dieses biblische Wort, diesen berühmten Beginn aus dem 1. Buch Mose? Und wer kennt nicht die überwältigende Vertonung, die es in dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn erfahren hat?

Auch die Besucher der Mitternachtsmette in der Pfarrkirche Oberau müssen wohl überwältigt gewesen sein, als am 24. Dez. 1920 zum ersten Mal elektrisches Licht den Kirchenraum erhellte. Der Wildschönauer Bauernsohn und Pionier Kajetan Stadler vom Oberauer Riedlhof, geb. 1901, der sich schon als Schulbub für alles Elektrische interessierte, war mitverantwortlich für diese technische Errungenschaft vor genau hundert Jahren.

Da werden wohl nicht nur Kinderaugen vor Freude und Verwunderung gestrahlt haben, als der große Kirchenraum von Glühbirnen statt vom gewohnten Kerzenlicht erleuchtet wurde. Die alleinige Wirkung der Kerzen auf den Altären sowie der Lichter der zahlreichen, von den Besucherinnen und Besuchern mitgebrachten Wachsstöcke muss jedoch schon auch eine besondere Stimmung hervorgerufen haben. Nicht umsonst werden auch heute noch als ein Höhepunkt in der Mette alle elektrischen Lichter ausgeschaltet.

Erst nach und nach erfolgte dann die Installation der Luster, der Scheinwerfer, die das Presbyterium ausleuchten, sowie der viel später eingebauten Lautsprecher. Elektrizität machte aber auch den Orgeltreter überflüssig…

Das Bild stammt vom damaligen Kooperator Josef Tremmel.