FEUER AUS!

Zu einem würdigen Gedenken entwickelte sich die
FEUERNACHT in Oberau am 24. April 2019


Die Pfarre, das Katholische Bildungswerk und der Männerchor Oberau hatten eingeladen zu einer feierlichen Messe, gestaltet mit Musik aus der Zeit des Brandes. Der Kirchenchor unter der Leitung von Sabine Spöck sang zwei Choräle von J.S. Bach und die Oberauer Weisenbläser intonierten festliche Arrangements von Peter Moser. Zur allgemeinen Überraschung kamen auch die beiden alten Sammelschuber nach vielen Jahren wieder einmal zum Einsatz.
Nachdem Bilder der vorigen Kirche gezeigt und einiges zur Geschichte der Pfarre von Oberau erklärt worden waren, ließ unser Organist Josef Mayr mit Präludium und Fuge BWV 558 den Bau des neuen Gotteshauses vor unserem musikalischen Auge entstehen. Am Ausgang wurde zudem der neue Kinderkirchenführer angeboten, viele nahmen einen solchen mit nach Hause.
Auch auf dem Kirchplatz – durch Feuerkörbe und Fackeln erleuchtet – war für Überraschungen gesorgt: Nach einer Bläserfanfare rief ein Nachtwächter zur allgemeinen Achtsamkeit auf: „Ihr Bauern und Herrn, loust auf und lasst euch sagen, es hat 9 Uhr geschlagen, gebt fleißig Acht auf Feier und Liacht, dass uns Gott und unsre liabe Frau behiat – es hat 9 Uhr geschlagen: Gelobt sei Jesus Christus“ (aus Obertilliach) Kirchen- und Männerchor intonierten daraufhin “Hört, ihr Leut und lasst euch sagen”, bevor der Nachtwächter die Geschichte rund um die Entstehung des Brandes verlas. Ein Trompetensignal von der Kellerwirts-Terrasse verkündete den Ausbruch des Feuers von 1719, worauf die Kirche und die umliegenden Häuser in unheimlich wirkendes, feuerrotes Licht getaucht wurden – großartig inszeniert von den Lichtmeistern Daniel Stadler und Manuel Schiestl.

Mit großem Glockengeläut rief der Mesner die Oberauer Feuerwehr zu Hilfe, die ihre Nachtübung auf den Gedenktag verlegt hatte. Eindrucksvoll wurde demonstriert, wie man heute mit einer solchen Katastrophe umzugehen wüsste. Als man abschließend unseren Herrn Pfarrer Paul Rauchenschwandtner in einem Tragetuch aus der mit Nebelmaschinen verrauchten Kirche brachte, stand einem geselligen Ausklang dieser „Feuernacht“ nichts mehr im Wege, und so mancher verkostete nicht nur ein Stamperl „Kirchenbrand“, den der Zwecklbauer Sigi Kistl eigens zu diesem Anlass gebrannt und abgefüllt hatte.

Allen Beteiligten einen herzlichen Dank fürs Mitmachen und großzügige Unterstützung!

Joch Weißbacher

Feuernacht