Für ein sicheres Miteinander

Aufgrund zahlreicher Anregungen und Beschwerden nachstehender Artikel als Appell und Denkanstoß für eine vorausschauende und rücksichtsvolle Fahrweise:

592.444. So viele Geschwindigkeitsübertretungen führten im Jahr 2016 allein in Tirol zur Anzeige (Quelle: Polizeistatistik Tirol). Viele davon wohl auch auf Gemeindestraßen, besonders im Ortsgebiet. Dies sollte uns zu denken geben, da hier die Unfallquote um einiges höher ist als auf Autobahnen und Landesstraßen. Dass im örtlichen Umfeld die vermeintlich geringe Geschwindigkeit weniger gefährlich ist als auf höherwertigen Straßen, ist klar ein Irrglaube.

In der Wildschönau bestehen allein schon im öffentlichen Gut (ohne Landesstraße) 117 Kilometer Wege und Straßen. Oftmals nur einspurig und unübersichtlich. Obwohl sich die Sicherheitseinrichtungen von Kraftfahrzeugen laufend verbessern, sowohl für Fahrer, Insassen, aber auch Fußgänger, Radfahren usw., treten oftmals schwere Verletzungen durch Verkehrsunfälle auf, das auch schon bei geringen Geschwindigkeiten. Die Kraft, die z.B. auf einen ungeschützten Passanten auftreten entsprechen einem Vielfachen des Fahrzeuggewichtes (!), das sollte schon zu denken geben.

Besonders hohe Risiken bieten Unfälle mit Fußgängern oder Radfahrern, da diese bis, wenn überhaupt auf einen Radfahrhelm, gar keine Knautschzone vorweisen, welche die einwirkende Energie vermindern. Besonders Frontalunfälle gefährden Insassen und Kollisionsgegner, wie Fußgänger. Als Beispiel: Bei einem „Standardfrontalunfall“ trifft zuerst das Schienbein bzw. die Hüfte (bei Kindern) auf den Kühlergrill auf. Hier ist je nach Geschwindigkeit mit Knochenbrüchen bis zu Amputationen mit darauffolgendem starken Blutverlust zu rechnen. Als zweite Phase treffen der Kopf bzw. die Schulter auf die Motorhaube oder Windschutzscheibe auf, hier können sehr sensible Teile des Organismus, z.B. das Gehirn geschädigt werden. Diese Verletzungsmuster können zu langfristigen Schädigungen des Nervensystems führen, Beispiele hierfür wären Erinnerungslücken bis hin zu Lähmungen und schlimmsten Behinderungen. Es sei aber auch erwähnt, dass die Fahrzeuginsassen durch die abrupte Temporeduktion (auch ohne großes Hindernis) ebenso gefährdet sind. Von Verletzungen des Brustkorbs aufgrund des Sicherheitsgurtes über Verbrennungen im Gesicht (Airbag) bis hin zu Genicksverletzungen ist hier alles möglich. – Die Todesrate bei allen Unfallbeteiligten steigt mit der Kollisionsgeschwindigkeit.

Keine Schwarzmalerei, das tägliche Risiko welches wir als Fußgänger, Radfahrer, Kraftfahrzeuglenker, oder anderweitiger Verkehrsteilnehmer auf uns nehmen. Besonders auf Seitenstraßen steigt das Risiko eines Unfalles durch zu schnelles oder unvorsichtiges Fahren auf ein Vielfaches.

 

(Text: René Schwaiger, Bauamt)