Gemeindeversammlung Wildschönau: Sachliche und faire Diskussion

Soviel vorweg: Bürgermeister Hannes Eder und sein Gemeinderat haben sich auf diese Gemeindeversammlung gut vorbereitet und sachlich über die Bühne gebracht. Entsprechend fair war auch die Diskussion um das heikle Thema Standort Heizkraftwerk, wenngleich dem Wunsch nach Verlegung  wohl eindeutig eine Absage erteilt werden musste. Für die Betreiber des Heizkraftwerk steht viel auf dem Spiel. Abgesehen von den enormen Kosten einer Standortverlegung, bleibt die Frage nach der Zufahrt zum möglich neuen Standort, Belastung des Riedlweges sowie die Entfernung vom bisherigen Standort mit 100 bis 300 Meter.

Zudem ist die Heizanlage eine genehmigte Betriebsanlage, und hat auch eine gültige Nutzungsvereinbarung für die Bestandsfläche auf die Dauer eines aufrechten Wärmeliefervertrages. Die von Standort-Gegner Josef Schroll sehr sachlich vorgetragenen Argumente wurden von BGM Hannes Eder sehr wohl zur Kenntnis genommen, letztendlich aber bleibt der Gemeinde keine andere Möglichkeit als dem derzeitigen Standort zuzustimmen. Die rund 600 Unterschriften gegen den derzeitigen Standort wurden nur am Rande erwähnt und dürften keine weitere Auswirkung haben. An dieser Entscheidung dürfte auch die Rede von LA Isabella Gruber von der Liste Fritz nichts ändern, die anregte noch einmal über den Standort nachzudenken.

Man habe in den letzten Monaten wirklich alle Möglichkeiten geprüft, und begutachten lassen, das muss man dem Bürgermeister und seinem Gemeinderat einfach zugestehen. Von Machbarkeitsstudien mit externen Fachleuten, bis hin zur Anlagenvergößerung wurde an alles gedacht. Nur das finanzielle Risiko das wollten und konnten die Betreiber nicht eingehen, auch wenn seitens des Landes ein Sonderzuschuss in Aussicht gestellt worden ist. Im Gegenzug dazu gab es das Versprechen der Heizkraftwerkbetreiber  das man alles tun werde, um die Anlage auf den technisch neuesten Stand zu bringen, das war die Kernaussage der Heizkraftwerk-Verantwortlichen.

Rund 1,2 Mio. würde das neue Heizkraftwerk kosten, eine Summe die nicht zu stemmen ist. Auch NR Hermann Gahr, Chef der Tiroler Bioenergie versuchte zu vermitteln. Auch er stellte zwar den Standort und auch die Wirtschaftlichkeit in Frage, entscheiden müssen dies aber die Wildschönauer Betreiber selber, sagt der Politiker.

Trotz allem Hin-und Her, die Standortfrage würde man heute wohl anders lösen, dieser Platz wird wohl immer für Diskussionen sorgen, auch wenn man alle nur erdenklichen Maßnahmen trifft.

Auf einem anderen Blatt Papier steht der bevorstehende Umbau der Neuen Mittelschule Wildschönau. Kosten in der Höhe von sagenhaften 15,5 Mio stehen als Grobschätzung fest. Dazu gibt es vorläufige Zusagen seitens des Landes in der Höhe von max. 4,53 Mio. Euro. Die Gemeinde müßte demnach 9,4 Mio. Euro finanzieren, eine wahrlich große finanzielle Belastung. Die Gemeinde steht zwar derzeit mit einem Schuldenstand von 4,6 Mio. Euro sehr gut da, allerdings würde sich der Verschuldungsgrad mit dieser Summe von derzeit 22 % bis zum Jahre 2022 auf 62 % erhöhen. Dann bleiben für andere Dinge kaum mehr freie Mittel.

Das die Schule in einem schlechten Zustand ist, ist kein Geheimnis mehr. Es gibt gravierende Sicherheitsmängel, das sagt auch Schuldirektorin Andrea Weiskopf, die dies auch protokolliert haben möchte. Dazu sagt BGM Hannes Eder, das speziell im Bereich der Fluchttüren Sofort-Maßnahmen notwendig sind, die nun auch rasch erledigt werden.

Das Gemeindeamt übersiedelte vor kurzen in das “Ausweich-Quartier” altes Postamt, wie lange man dort bleiben muss, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Am 24.04.2017 wurde mit der Neuen Heimat Tirol der Vertrag über den Ausbau wohnbaugeförderten Wohnungen geschlossen, das betrifft jenen Teil des alten Schulhauses, der nicht für das Gemeindeamt Verwendung findet. Der Baubeginn soll Ende 2017 bis spätestens Frühjahr 2018 erfolgen.

Gut gefüllt war am gestrigen Abend die Sporthalle der Hauptschule Wildschönau.

Eines der zentralen Themen der Gemeindeversammlung: Der Standort des Heizkraftwerk an der Neuen Mittelschule

Eine ganz große finanzielle Herausforderung: Der Umbau der neuen Mittelschule in Oberau, 15,5 Mio € – ein Summe die bei vielen für Kopfschütteln sorgt

BGM Hannes Eder stand nach der Versammlung ORF Redakteurin Margit Schuschu Rede und Antwort