Infos und Hintergründe zum Familienerlebnis Drachental

Liebe Wildschönauerinnen, liebe Wildschönauer,

dem Gemeinderat der Gemeinde Wildschönau ist es ein großes Anliegen die Sichtweise und Entscheidungsgrundlagen zum Projekt „Drachental Wildschönau“ darzustellen und damit einen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion zu leisten.

  1. Im „Wahlkampf“ zur Gemeinderatswahl 2016 waren viele Themen aktuell wie z.B. die ärztliche Versorgung in unserem Tal, Umbau Gemeindeamt, Modernisierung Schulcampus Oberau, das Vereinsleben stärken, uvm. Unter anderem war auch die Belebung des Riedlhanges bzw. die generelle touristische Weiterentwicklung in Oberau ein großes Thema und wurde auch bei vielen Gesprächen mit Bürgern angesprochen. Deshalb sahen wir es als Auftrag, die Entwicklung des Riedelhang-Projektes in der Oberau zu fördern und zu unterstützen.

 

  1. In weiterer Folge ging es dann schon Ende 2016 zu ersten Konzeptgesprächen und Planversuchen gemeinsam mit dem TVB. Hier wurde auch die weitere touristische Entwicklung der gesamten Wildschönau eingebunden. Leider dauert dieser Prozess länger als erwartet. Unser Bürgermeister Hannes Eder sowie Vertreter des Tourismusverbandes führten zahlreiche Gespräche mit Grundeigentümern und Anrainern.

 

  1. Das Thema Freizeitpark Wildschönau war immer wieder Thema in diversen Gemeinderatssitzungen sowie auch bei Gemeindeversammlungen.
    Der Ausschuss für Familie und Freizeit hat in diesem Zeitraum sehr intensiv an dem Vorhaben „Familienfreundliche Gemeinde“ gearbeitet. In diesem Prozess wurden, unter Einbindung vieler Wildschönauer Familien und auch Kinder- und Jugendlichen, tolle Ergebnisse erzielt und bei einem Informationsabend im Herbst 2017 in der Niederau präsentiert.
    Die Befragung war darauf abgezielt, um herauszufinden, welche Freizeitangebote in unserer Gemeinde für Kinder- und Jugendliche benötigt werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass vor allem Fahrradwege, Pump Trac, Biketrails, Klettern, etc. fehlen. Um weiterhin eine „Familienfreundliche Gemeinde“ zu bleiben, liegt die Aufgabe der Gemeinde darin, drei Projekte aus dem Entwicklungsprozess umzusetzen.

 

  1. Im Frühjahr 2018 beschäftigten sich der Bauausschuss sowie der Ausschuss für Familie und Freizeit mit der Umsetzung diverser Attraktionen. Hierfür wurden auch schon die nötigen finanziellen Mittel im Budget vorgesehen, die Standortsuche gestaltete sich jedoch eher schwierig.

 

  1. Kurz darauf gab es seitens des TVB grünes Licht, da eine Einigung mit Grundeigentümern gefunden wurde, die die Umsetzung des Projekt Freizeitpark Wildschönau ermöglichten.
    Deshalb wurden damals vorerst die weiteren Baumaßnahmen für das geplante Pump Trac usw. nicht gesetzt, da die finanziellen Mittel für das Riedlprojekt reserviert wurden.

 

  1. Bei den ersten Gesprächen mit dem TVB nach der Einigung mit den Grundeigentümern ging es dann auch recht schnell um finanzielle Beteiligung und um die Ausführung. Dies wurde dann auch intensiv im Gemeinderat diskutiert. Prinzipiell war die Stimmung im Gemeinderat sehr positiv, vermutlich auch wegen der generellen touristischen Weiterentwicklung, wie bereits im 1. Punkt erläutert. Allerdings gab es auch klare Forderungen des Gemeinderates:

 

  • Die Bauweise muss so schonend und naturnah wie möglich sein
  • Der Freizeitpark darf nicht in die Leistungen der Wildschönaucard aufgenommen werden
  • Für Einheimische (Hauptwohnsitz Wildschönau bzw. Besitzer der Wildschönauer  Bürgercard) gilt bei den kostenpflichtigen Attraktionen ein ermäßigter Preis.
  • Die Mehrheitsanteile müssen immer in der Hand des TVB und der Gemeinde sein
  • Die Geschäftsführerbestellung erfolgt nur mit Zustimmung der Gemeinde
  • Die geplanten Maßnahmen die durch das Projekt Familienfreundliche Gemeinde hervorgegangen sind, müssen in das Projekt integriert werden und der Bevölkerung frei zugänglich sein (Pumptrac, Klettermöglichkeit, Spielplatz)
  • Ein Fußballplatz soll auch zukünftig am Areal bestehen bleiben
  • Der bestehende Gehweg für das Wohn- und Pflegeheim muss erhalten bleiben.

 

  1. Unter diesen Bedingungen gab es im Gemeinderat dann einen einstimmigen Grundsatzbeschluss zur Umsetzung dieses Projektes. Es wurde auch der Beschluss gefasst, dass sich die Gemeinde mit € 600.000, aufgeteilt auf mehrere Jahre, beteiligt. Unter diesen Voraussetzungen konnte weitergearbeitet werden. In vielen weiteren Besprechungen und Sitzungen wurde dann der Einreichplan finalisiert.

 

  1. Wie wahrscheinlich den meisten bekannt, hat sich dann der Baustart aufgrund der strengen behördlichen Auflagen und auch deren Prüfung verzögert. Unserer Meinung nach zu Recht. Denn es wurde hier auf viele Details eingegangen, um das Projekt möglichst umweltschonend und rücksichtsvoll umzusetzen. So sind mehrere Verfahren zur Bewilligung für den Bau und Betrieb der Anlage notwendig.
    Zum Einen ist die BH Kufstein für die Wasser-, Forst- und naturschutzrechtlichen Bewilligung zuständig. In diesem Verfahren werden in erster Linie verschiedenste Stellungnahmen von Fachinstitutionen zusammengeführt und entsprechend Wasserrecht, Tiroler Naturschutzgesetz und Forstgesetz behandelt. Zum Zweiten wurden im Bauverfahren (Behörde Gemeinde/Bürgermeister) die baurechtlichen Bestimmungen (Flächenwidmung, Abstand der Gebäude, Gebäudehöhe usw.) abgehandelt. Dazu fand schon im Herbst 2019 die Bauverhandlung statt, bei der die Anrainer als Parteien, so wie bei jedem anderen Bauverfahren geladen und teilweise auch teilgenommen haben.
    Schlussendlich konnte in allen Verfahren eine positive Bewilligung erlangt werden, teilweise auch mit einigen Auflagen, wie z.B. eine ökologische Baubegleitung oder die Umsetzung eines landschaftspflegerischen Begleitplans. In Summe Maßnahmen, die dem Projekt unserer Meinung nach noch weiter verbessert haben.

 

In diesem Sinn hoffen wir, einen Überblick über Hintergründe und Entscheidungsgrundlagen des Gemeinderats gegeben zu haben.

Alle Gemeinderatssitzungen sind jederzeit öffentlich zugänglich und wurden auch jeweils in den Gemeindezeitungen veröffentlicht. Im Anschluss des Textes sind deshalb noch Links zu allen Sitzungen angeführt, in denen das Thema Drachental im Gemeinderat behandelt worden ist. Auch anhand der protokollierten Diskussionen kann erahnt werden, dass die Entscheidung sehr kritisch von vielen Seiten beleuchtet und auch Änderungen im Projekt eingefordert wurden um schlussendlich doch immer auf einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse zu kommen.

Für konkrete Fragen stehen wir natürlich auch weiterhin jederzeit zur Verfügung

 

Euer Vizebürgermeister Norbert Moser und Bgm. Hannes Eder

stellvertretend für den gesamten Gemeinderat der Gemeinde Wildschönau

 

 

Gemeinderatsbeschlüsse zum Thema Drachental:

TOP 6: Riedlprojekt – Beratung Beteiligung Gemeinde am Familienerlebnispark
TOP 8: Gesellschaftervertrag Erlebnis-Projekte GmbH, Familienerlebnispark Riedlhang
TOP 5: Familienerlebnispark Riedlhang – Gründung GmbH & Co. KG
TOP 5.6: Änderung ÖRK und Flächenwidmungsplan Familien-Erlebnispark Riedlhang, GP 588, 589/1, 590/1, 591, .53/2, .53/3, KG Oberau
TOP 9: Erlebnis-Projekte GmbH & Co KG – Benennung Vertreter Gemeinde