Julia’s Lehrlings-G’schichten…FEBRUAR: Taormina Andrin aus Niederau

Copyright: Walter Stadler

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Der 16jährige Andrin Taormina vom Niederauer Sonnberg, macht seine Ausbildung zum Installateur bei der Firma Installationen Naschberger in Niederau. Wir haben ihn getroffen und einiges von seiner Lehre und seinem Leben erfahren.

Wie bist du auf diesen Lehrberuf in der Wildschönau gekommen?
Vor einigen Jahren sind wir von Sankt Gallen in der Schweiz hierher in die Wildschönau gezogen. Damals besuchte ich die Polytechnische Schule in Wörgl. Anfänglich bin ich in die Elektrikerfachgruppe gekommen, weil die Metallgruppe bereits voll war. Wir bekamen die Möglichkeit in verschiedene Betriebe hineinzuschnuppern. Logischerweise sah ich mir zuerst Betriebe als Elektriker an. Im ersten Betrieb hatten sie leider derzeit keinen Platz mehr für neue Elektrikerlehrlinge und beim zweiten Betrieb machten die Lehrlinge nicht wirklich einen motivierten Eindruck, deshalb hat mir dieser Betrieb auch nicht so gut gefallen. Zurück in der Schule sprach ich dann mit meinem Lehrer über meine Erfahrungen. Dieser hat mir dann erzählt, dass sein Sohn bei der Firma Installationen Naschberger in Niederau eine Lehre gemacht hat, dort Meister ist und es ihm sehr gut gefällt. Am Anfang war ich nicht so begeistert von dieser Idee. Zuhause habe ich dann mit meiner Mutter darüber gesprochen. Sie hat mich dazu motiviert, dass ich mir den Betrieb zumindest einmal Anschauen sollte.

Warum hast du dich dann für diesen Beruf entschieden?
Ich bekam die Möglichkeit einmal beim Installationen Naschberger in Niederau zu schnuppern und es war der Wahnsinn. Ich bin mit den zwei Monteuren Elias und Stefan bei einer Komplettierarbeit dabei gewesen und das hat mir verdammt gut gefallen. Am Anfang wollte ich das nicht zugeben, aber mir hat es wirklich gut gefallen. Ich bereue wirklich nichts an dieser Entscheidung.

Hast du schon immer ein handwerkliches Geschick gehabt?
Zuhause in der Schweiz haben wir immer auf einer Wiese und in einem Wald bei unserem Haus viele Seilzüge und Baumhäuser gebaut.

Mit welchen Worten würdest du deinen Beruf beschreiben?
Er ist auf jeden Fall vielfältig. Man erlernt sehr viele verschieden Sachen und dabei lernt man aber auch nie aus. Das Wissen, welches man sich aneignet, das behält man für immer. ,

Wie lange dauert deine Ausbildung?
Insgesamt dauert sie 4 Jahre. Derzeit befinde ich mich im 2. Lehrjahr.

Genießt du die Zeit in der Berufsschule oder freust du dich dann immer wieder mehr auf das Arbeiten?
Am Anfang ist es schon immer ganz gemütlich in der Berufsschule zu sein, denn man kann ein bisschen länger schlafen. Aber nach einer gewissen Zeit freue ich mich schon wieder mehr auf das Arbeiten, weil ich nicht wirklich der Schulmensch bin. Das Arbeiten gefällt mir einfach besser.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten?
Das ist schwierig zu sagen. Es gibt keine konkreten Tätigkeiten die mir am besten gefallen. Am ehesten das Einbauen von Lüftungen.

Was war das Interessanteste was du bis jetzt in deiner Lehre gelernt hast?
Am Anfang hatte ich keine Ahnung was man überhaupt in so einem Beruf macht. Es war wirklich sehr viel neu für mich. Man hält sich das ja eigentlich auch nie vor Augen, wo genau die Leitungen vom Wasserhahn hingehen oder welche Gesetze es in dieser Branche gibt. Das habe ich wirklich sehr interessant gefunden.

Was sind deine Hobbys, wenn du gerade einmal nicht in der Arbeit bist?
Irgendetwas basteln. In der Nachbarschaft gibt es auch immer wieder Mopeds die nicht funktionieren, diese repariere ich dann immer wieder. Auch mein Moped habe ich mit meinem Vater zum Großteil selber zusammengebaut.

Welches Land würdest du gerne einmal besuchen?
Am ehesten würde ich gerne einmal nach Amerika. Man kommt nicht einfach einmal so mit dem Auto dorthin, deswegen würde ich dort gerne einmal hinfliegen.

Wovor hast du bei deiner Lehrabschlussprüfung am meisten Angst?
Dass ich in diesem Moment, in der ich die Aufgabe machen muss, alles vergesse. Aber daran darf man einfach nicht denken. Diese Aufgabe die man gerade machen muss, macht man dann einfach. 

Warum würdest du diese Ausbildung weiterempfehlen?
Ich würde es Menschen empfehlen die nicht so schnell die Nerven verlieren, weil man teilweise schon schnell umdenken muss, wenn etwas nicht funktioniert. Aus eigener Erfahrung würde ich einfach jedem empfehlen einmal Schnuppern zu gehen und sich die Arbeiten selber anzuschauen, denn nur so kann man sich auch davon überzeugen, ob einem dieser Beruf gefällt oder nicht.

Danke für das Interview!

* Die Lehrlinge für die Monate März und April folgen gemeinsam mit der nächsten Gemeindezeitung. *

Copyright: Walter Stadler