Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Es gibt Situationen, über die man sich nicht gerne Gedanken macht. Dazu gehört sicher eine plötzliche Erkrankung oder ein Unfall mit Verlust der eigenen Entscheidungsfähigkeit, oder ganz besonders das Lebensende mit seinen möglichen Begleiterscheinungen.

Damit möglichst sichergestellt ist, dass auch in diesen Situationen nichts unternommen wird, was nicht meinem Willen entspricht, heißt es rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Zwei Maßnahmen dazu sind die Patientenverfügung, bei der ich bestimmte medizinische Maßnahmen ablehnen kann, sowie die Vorsorgevollmacht zur Bestimmung einer Person, die für mich Entscheidungen treffen kann, wenn ich selber dazu nicht mehr in der Lage bin.

Bei der Patientenverfügung gibt es zwei Arten:

a.) Die verbindliche Patientenverfügung, bei der nach ausführlicher ärztlicher Beratung bei einem Notar oder Rechtsanwalt genau angeführt werden muss, welche konkreten medizinischen Maßnahmen abgelehnt werden.

b.) Für den Normalfall genügt die beachtliche Patientenverfügung, für die es keinen Notar oder Ähnliches braucht. Empfohlen wird jedoch die Beratung durch den (Haus-)Arzt. Die beachtliche Patientenverfügung muss höchstpersönlich erstellt werden. Ein entsprechender Text könnte z.B. lauten: „Im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, im Zustand der vollen Einsichts- und Urteilsfähigkeit, verfüge ich, dass im Falle einer derartigen Verschlechterung meines Gesundheits- und Geisteszustandes, dass ein bewusstes Leben nicht mehr zu erwarten ist, oder wenn mein Leben erkennbar zu Ende geht, jede medizinische Maßnahme unterlassen wird, die die Verlängerung des Sterbevorganges oder die Verlängerung meines Leides zur Folge hat, wie Herz-Kreislauf-Wiederbelebungsmaßnahmen, Ernährung über eine Magensonde oder intravenös, sowie Antibiotikagaben. Ich hoffe und vertraue aber auf eine bestmögliche Behandlung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen und auf ein würdevolles Sterben“
In Ergänzung zur Patientenverfügung zur Ablehnung medizinischer Maßnahmen ist unbedingt eine Vorsorgevollmacht zu empfehlen. Dies bedeutet die Bestimmung von einer oder mehrerer Personen, die im Namen des Betroffenen in medizinischen oder anderen festgelegten Angelegenheiten handeln und entscheiden dürfen, wenn diese(r) dazu nicht mehr in der Lage ist. Ohne eine Vorsorgevollmacht wird im Fall des Verlustes der Einsichts-, Urteils- und Äußerungsfähigkeit für wichtige Entscheidungen ein fremder Sachwalter bestellt – nächste Angehörige haben nämlich ansonsten nur die Vertretungsbefugnis für Dinge des täglichen Lebens (z.B. Mietüberweisungen), nicht aber für weitreichende medizinische Entscheidungen, finanzielle Angelegenheiten des außerordentlichen Wirtschaftsbetriebes oder die dauerhafte Änderung des Wohnortes (z.B. Pflegeheim). Die Vorsorgevollmacht muss bei einem Notar oder Rechtsanwalt errichtet werden.

Zu diesen wichtigen Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gibt es in der Gemeinde einen Informationsabend:

Am 28. September, um 19:00

in der Volksschule Oberau

Dr. Richard Lanner, Miriam Bogner