Projekt HPCPH „Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim“

Aus unserem Wohn-und Pflegeheim!

Der Umgang mit dem Tod ist ein Thema, das wir gerne vor uns herschieben. Ein Thema, mit dem wir uns hier im Hochtal Wildschönau mehr denn je beschäftigen sollten. Gerade im Winter zeigt die Natur, wer hier die Grenzen setzt. Da ist es wichtig einen Schritt voraus zu sein. Sich Gedanken machen, bevor „da Huat brennt“ und man sich nicht mehr zu helfen weiß.

Was braucht unser Hochtal Wildschönau dazu?

  • Eine Gemeinde, die die Notwenigkeit der Qualitätsentwicklung sieht und die Ausbildungskosten von 26.000 Euro genehmigt (wobei ein Drittel vom Land gefördert wird).
  • Ärzte, Systempartner, Institutionen, Vereine, Sponsoren, Spenden aber auch Krankenkassenverträge, die Mobilität und Beweglichkeit garantieren, wie wäre sonst Pflege, Betreuung und Therapie überhaupt möglich.
  • Fachkräfte, die „Up to Date“  im organisatorischen Bereich, in der Pflege, im Psychosozialen Bereich,  in den Bereichen Küche, Reinigung und  Wäsche sind und ihre Erfahrung und Ideen einbringen. Sie veranlassen uns zu der nötigen Haltung gegenüber dem kranken, alten oder sterbenden Menschen. Gelebte Werte sind in unserem Heim alltäglich. Aber auch unsere Fachkräfte aus dem ehrenamtlichen Bereich sowie Angehörige die jahrelang zu Hause ihre Möglichkeiten nutzen und dadurch Lebensqualität in der gewohnten Umgebung garantieren, zählen zu diesem Team.

Die Tiroler Hospiz- Gemeinschaft unterstützt uns die nächsten 2 Jahre bei der Entwicklung und Umsetzung im Wohn- und Pflegeheim. Projektkoordinatorin DGKP Sylvia Jöbstl sowie DGKP Barbara Kleissl –  www.hospitz-tirol.at begleiten diesen Prozess. In Arbeitskreisen wird das gesamte Personal auf den neuesten Wissenstand gebracht.

Ziele:
Einen Wohlfühl-Raum schaffen für palliative Patienten, Arbeitsabläufe optimieren, weniger Krankenhauseinweisungen am Lebensende, auf den Bewohner individuell abgestimmte Schmerztherapien in Zusammenarbeit mit  Dr. Reinisch, Dr. Mayr, Dr. Soraruf und dem mobilen Hospiz-Team des KH Kufstein, psychosoziale und komplementäre Pflegemethoden in der Palliativbetreuung.

Bewohner, Angehörige und Personal sollen Sicherheit und Vertrauen in ein gut funktionierendes, wie ein Zahnrad ineinandergreifendes System gewinnen. In Österreich gibt es 856 Heime. Das Wohn- und Pflegeheim Wildschönau gehört zu den 111 Heimen (stand 2016), die sich ihrer Defizite bewusst sind und dies jetzt ändern!

Den Anstoß  zu diesem Projekt gab ein sehr negatives Erlebnis aus dem WPH vor einigen Jahren. Die Angehörigen aus dieser Familie veranlassten aber, daraus etwas Positives zu machen, nicht aufzugeben und der Bürokratie den Kampf anzusagen. Genau diese Hartnäckigkeit braucht es, um Geschehnisse zu verarbeiten, Rahmenbedingungen zu verändern und nach vorne blicken zu können.

Das Interesse bei der Startveranstaltung Mitte Jänner 2019 zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wieder einmal haben wir viel vor. Damit die ganze Gemeinde davon profitiert, steht Zusammenarbeit an höchster Stelle. Wir freuen uns darauf!

Text: Manuela Moser

Das Team rund um die Ausbildung! v. l.: Anna Kerer, Pflegedienstleitung Karin Weissbacher, Cornelia Margreiter, Heimleiter Otto Astl, Anna Oberwalder, Bgm. Hannes Eder, Dr. Richard Lanner, Fr. Kleissl und Fr. Jöbstl- Tiroler Hospitzgemeinschaft. Weiters im Team Hospiz und Palliativcare Küchenchef Georg Unterberger, Sonja Gastl, Manuela Moser.

Eckdaten zum Projekt:

Der Prozess erstreckt sich über zwei Jahre und umfasst:

  • Umfassende Fortbildungsmaßnahme
  • Unter Einbindung aller Mitarbeiter
  • initiiert Entwicklungsprozess im Heim
  • fördert die fachliche Kompetenz in der Palliativbetreuung

Kosten:

Palliativ Lehrgang
Teilnahme 2 Mitarbeiter: Anna Kerer + Cornelia Margreiter
Kosten 4.320,-

Fortbildung im Heim (22.000,- )
1. Prozessbegleitung
Vorbereitung und Moderation von Leitungstreffen, Startveranstaltung, Vernetzungstreffen,
Qualitätszirkeln, Beratungstreffen und Abschlussveranstaltung – die genaue Ablaufplanung
wird im Fall einer verbindlichen Zusage noch gemeinsam mit Ihnen adaptiert, um auf die
Bedürfnisse des Hauses optimal eingehen zu können

2. Workshop „Palliative Geriatrie“
2 Workshops zur Entwicklung der Organisations- und Teamkultur im Sinne von Hospizbegleitung und Palliative Care, durchgeführt in berufsgruppenübergreifenden Konstellationen zu max. 20 Personen pro Workshop, Umfang jeweils 36 Stunden; geleitet von zwei Moderatorinnen aus dem Projektteam

Gesamtkosten ca. 26.000,- Euro
Förderungen möglich: 1/3 durch Land Tirol, + evt. 1/3 durch Pflegefonds

Begleitung des Prozesses
durch Dr. Georg Reinisch, Auffach

Ausbildungszeit/Anrechnung auf die Arbeitszeit:

Die Gemeinde Wildschönau bietet mit diesem Ausbildungsmodul eine hervorragende Weiterbildungsmöglichkeit für die Mitarbeiter im Wohn- und Pflegeheim, die auch jedem persönlich Perspektiven bieten wird.

Insgesamt ist das Projekt vor allem auch eine qualitative Weiterentwicklung des Wohn- und
Pflegeheims Wildschönau. Aus diesem Grund wird ein Teil der Fortbildung/Workshops auch von
Seiten der Gemeinde Wildschönau als Dienstzeit anerkannt. Die angerechnete Dienstzeit wird nach Einsatzgebiet/Ausbildung der Mitarbeiter gestaffelt:

  • Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen: 60 Std. als Arbeitszeit angerechnet (=gesetzl. verpflichtender Umfang für Fortbildungen) darüber hinausgehende Kurszeit ist in der Freizeit zu leisten
  • Pflegeassistenten/Pflegefachassistenten: 40 Std. als Arbeitszeit angerechnet (=gesetzl. verpflichtender Umfang für Fortbildungen) darüber hinausgehende Kurszeit ist in der Freizeit zu leisten
  • Funktionspersonal: tägliche Normalarbeitszeit lt. Anstellungsumfang wird als Arbeitszeit angerechnet, darüber hinausgehende Kursdauer ist in der Freizeit zu leisten