Vorsorgedialog Tirol im Wohn- und Pflegeheim Wildschönau

Seit 2019 bietet das Wohn- und Pflegeheim Wildschönau allen Bewohnerinnen und Bewohnern den Vorsorgedialog Tirol an. Möglich wurde dies durch das Projekt Hospizkultur und Palliative Care im Pflegeheim (HPCPH). Im Rahmen dieses Projektes fand am 4. Juli 2019 der Vorsorgedialog Workshop statt. Zehn Pflegepersonen des Wohn- und Pflegeheimes und die Hausärzte Dr. Robert Mair, Dr. Georg Reinisch und Dr. Ingo Soraruf nahmen daran teil. Dr. Ursula Glaser-Schuierer und DGKP Barbara Kleissl, MBA von der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft gestalteten den Workshop (Bild).

Der Vorsorgedialog ist ein Gespräch mit der Bewohnerin bzw. dem Bewohner, einer Pflegeperson, der betreuenden Hausärztin oder dem Hausarzt und einer Vertrauensperson. Das Gespräch findet rund vier bis acht Wochen nach dem Heimeinzug auf Wunsch der Bewohnerin oder des Bewohners statt.1

Im Gespräch stehen die Bedürfnisse der Bewohnerin bzw. des Bewohners im Mittelpunkt. Der Wille, die Wünsche und Vorstellungen für ein gutes Leben im Wohn- und Pflegeheim und in Bezug auf die letzte Lebensphase werden im Gespräch erhoben.1

In Krisensituationen oder bei schwierigen Entscheidungen am Lebensende kann durch den Vorsorgedialog im Sinne der Bewohnerin oder des Bewohners gehandelt und entschieden werden. Der Vorsorgedialog gilt als eine Art „andere Patientenverfügung“ mit hoher Verbindlichkeit. „Der Vorsorgedialog ist im neuen Erwachsenenschutzgesetz (§239 Abs. 2, ABGB) verankert, das am 1.7.2018 in Kraft getreten ist.“1

Das Gespräch wird dokumentiert und regelmäßig wiederholt. Das Besprochene kann jederzeit von der Bewohnerin bzw. von dem Bewohner widerrufen oder verändert werden. Der gegenwärtige Wille gilt immer.1

Im Falle eines Krankenhausaufenthaltes wird der verschriftlichte Vorsorgedialog in Kopie dem zuständigen Personal ausgehändigt, damit auch während eines Krankenhausaufenthaltes nach dem Willen der Bewohnerin bzw. des Bewohners gehandelt werden kann. So wird gewährleistet, dass das Selbstbestimmungsrecht an oberster Stelle steht.1

Ist eine Bewohnerin oder ein Bewohner nicht mehr in der Lage ihren bzw. seinen Willen im Gespräch klar zu äußern, wird von Angehörigen, Vertrauenspersonen und Pflegepersonen der mutmaßliche Wille erhoben und dokumentiert. In Krisensituationen ist auch der mutmaßliche Wille eine wichtige Entscheidungshilfe und -grundlage für betreuende und helfende Personen.1

„Der Vorsorgedialog wurde unter der Leitung von Hospiz Österreich mit dem Beirat Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung und zahlreichen Expert*innen speziell für die Alten- und Pflegeheime Österreichs entwickelt und von der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft auf die Gegebenheiten Tirols abgestimmt.“2

„Darüber reden ist wichtig. Ihr müsst ja Bescheid wissen und es gibt mir Sicherheit.“ (Marianne Erharter, Bewohnerin des Wohn- und Pflegeheimes Wildschönau)

„Der Vorsorgedialog ermöglicht uns, die uns anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohner im letzten Lebensabschnitt noch besser zu betreuen, weil wir bereits frühzeitig ihre Wünsche und Bedürfnisse diesbezüglich kennen.“ (DGKP Karin Weißbacher, Pflegedienstleitung Wohn- und Pflegeheim Wildschönau)

Quellen:

(1) Dachverband HOSPIZ Österreich (2019): VSD Vorsorgedialog® für Alten- und Pflegeheime. Nähere Projektinformationen. Online: https://www.hospiz.at/fachwelt/vorsorgedialog/ [abgerufen am 10.09.2019].

(2) Tiroler Hospiz Gemeinschaft (2019): Vorsorgedialog Tirol für Alten- und Pflegeheime. Information für Bewohner*innen, An- und Zugehörige

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Wohn- und Pflegeheim der Gemeinde Wildschönau
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6311 Wildschönau
Tel.: + 43 (0) 5339/2690
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